Zu meiner Zeit gab es das nicht!
Zu meiner Zeit grüßten sich die Leute noch.
Zu meiner Zeit spielten die Kinder im Hof und nicht am Handy.
Zu meiner Zeit herrschten Recht und Ordnung, und alles war an seinem Platz.
Aber heute?
Zu meiner Zeit gab es das nicht!
Zu meiner Zeit entschied der Chef, wann Feierabend war.
Zu meiner Zeit wurde gekauft, was man brauchte und wenn es was gab.
Zu meiner Zeit wurde nicht so viel geredet und diskutiert.
Aber heute?
Zu meiner Zeit gab es das nicht!
Kein Fernsehen und kein Internet, das uns fremde Schicksale nahebringt.
Keine Organisationen, die sich um Verfolgte, Schwache und die Umwelt sorgen.
Keine internationale Zusammenarbeit, die Grenzen verschwinden lässt.
Aber heute?
Wie ist es heute? Was sagen wir in 10 Jahren, wie es war?
Was haben wir verhindert, was haben wir gefördert?
Was haben wir gefürchtet, und was gehofft?
Wovon haben wir uns abgewandt, woran haben wir uns gehalten?
Und morgen?
Meine Zeit steht in Gottes Händen:
Der die Welt aus dem Nichts schuf und vor dem Nichts bewahrt.
Der Mensch wurde wie wir, uns Frieden und Versöhnung brachte.
Der unsichtbar, doch machtvoll wirkt über alles Begreifen hinaus.
Geheiligt werde sein Name:
Nicht meine Vergangenheit, nicht meine Gegenwart, nicht meine Zukunft.
Es war nicht alles schlecht, doch eine „heile Welt“ meist nur für wenige.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unsere Fundamente, unser Wollen und Können sind nur ein Spiel im Wind.
Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Glauben an das Gute und das Böse im Menschen.
Glauben an den, der uns die Last abnimmt.
Stärkung, Zuwendung und gute Gerechtigkeit.
Mehr braucht es zum Leben nicht.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
Eine gute Zeit wünscht Ihnen
Prädikant Christian Weyer
(Andacht zum Orgelsommer 2026 in der Johanniskirche Plauen/V.)